Ausstellungen

26. April 2026 bis 26. Juli 2026

Stephanie Hermes

Kraftwerk der Formen

Die aktuelle Ausstellung zeigt Holzarbeiten der Bildhauerin Stephanie Hermes aus Korschenbroich. In der Mitte des Raums steht eine lebensgroße, farbig gefasste Holzskulptur mit dem Titel „Wesen 16 (Die große Frau)“ aus Lindenholz. An den Wänden sind drei Holzreliefs mit dem Titel „Relief 16 (I bis III)“ zu sehen, die ebenfalls aus Lindenholz gefertigt sind und mit Implantaten aus Edelstahl ergänzt sind.

Stephanie Hermes, Wesen 16 (Die große Frau), 2019, Linde, farbig gefasst, 194 x 45 x 33 cm. Foto: Achim Bartel

Wesen 16 (Die große Frau) ist eine knapp zwei Meter hohe Figur aus Lindenholz (194 x 45 x 33 cm), die farblich gefasst ist. Mit verschiedenen Kettensägen ist die Skulptur aus einem Stamm geschnitten und zeigt die Spuren der Werkzeuge. Wesen 16 gehört zu einem zentralen Werkkomplex von Stephanie Hermes. In der Serie „Wesen“ werden organische, teilweise anthropomorph wirkende Formen entwickelt. Diese Skulpturen oszillieren zwischen Figur, Naturform und abstrakter Struktur. Durch Öffnungen, Durchbrüche und stark reduzierte Volumen entstehen Gestalten, die an elementare Lebensformen erinnern und zugleich eine archaische Präsenz entfalten. Die Arbeiten lassen das Holz als gewachsene Substanz sichtbar und betonen seine innere Struktur.

Die Natur zeigt mir den Weg.

(Stephanie Hermes)

In der Werkreihe der „Reliefs“, wovon wir Relief 16 I-III in der Ausstellung zeigen, untersucht Hermes dagegen stärker die Beziehung zwischen Fläche und Raum. Die Reliefarbeiten entstehen häufig durch präzise Einschnitte und rhythmische Durchbrüche im Holz, wodurch filigrane, teilweise textile Strukturen entstehen. Die Oberfläche wirkt dabei zugleich plastisch und durchlässig. Licht und Schatten werden zu wesentlichen Gestaltungselementen. Trotz der Verwendung grober Werkzeuge – etwa der Kettensäge – entwickeln die Reliefs eine überraschende Feinheit und Fragilität.

Gemeinsam ist beiden Werkgruppen die Suche nach einer elementaren Formensprache, die zwischen Naturform, Skulptur und Zeichen vermittelt. Hermes’ Arbeiten lassen sich damit in eine zeitgenössische Position der Holzskulptur einordnen, die das Material nicht nur formt, sondern als eigenständigen Partner im künstlerischen Prozess versteht.

Das bevorzugte künstlerische Material der Bildhauerin Stephanie Hermes ist Holz. Aus oft schweren Fundstücken gestaltet sie mit verschiedenen Kettensägen abstrakte Skulpturen. Ihr Oeuvre umfasst verschiedene Werkgruppen. Neben flächigen, rhythmisch strukturierten, oft sehr fragilen Reliefs umfasst ihr Werk massive, dichte Plastiken mit haptischen Oberflächen und einer organischen Formensprache. Zur letzteren Gruppe gehört die Serie der figurativ anmutenden „Wesen“, von denen eines im Zentrum dieser Ausstellung steht.

Stephanie Hermes wurde 1957 in Schmallenberg geboren.

Von 1976 bis 1980 absolvierte sie eine Ausbildung als Maskenbildnerin am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen. Anschließend arbeitete sie 1981–1993 am Düsseldorfer Schauspielhaus, zuletzt als stellvertretende Chefmaskenbildnerin. 

Zwischen 1989 und 1992 studierte sie in Padua am Centro Maschere e Strutture Gestuali bei Donato Sartori und vertiefte dort ihre Beschäftigung mit Theatermasken und performativen Ausdrucksformen. Seit den 1990er-Jahren ist Hermes freischaffend tätig, zunächst als Maskenbauerin und Dozentin für Maskenarbeit.  

Seit 1998 widmet sie sich zunehmend der Bildhauerei und entwickelt Skulpturen und Objekte in Holz, Wachs, Stein und Bronze. Ihre Arbeiten werden in Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert. Hermes lebt und arbeitet in Korschenbroich sowie in Limoux (Frankreich).

Weitere Infos auf der Internetseite von Stephanie Hermes


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Die Ausstellungen im Kunstraum Trafohaus finden in Kooperation mit der Stadt Kaarst statt.